
(c) Chris Fry, unsplash.com
Misteltherapie gilt in Deutschland und Österreich als eine der am häufigsten angewandten komplementärmedizinischen Behandlungen in der Onkologie. Sie basiert auf Extrakten der Weißbeerigen Mistel (Viscum album L.), die nicht als Heilmittel, sondern als unterstützende Maßnahme eingesetzt werden.
Die Präparate werden in der Regel durch Injektionen unter die Haut (subkutan) verabreicht, wobei viele Patienten nach einer Einweisung lernen können, die Spritzen selbst zu geben.
Die Hauptwirkung der Therapie liegt in der Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit soliden Tumoren, was durch systematische wissenschaftliche Reviews mit dem höchsten Evidenzlevel (1a) belegt ist. Klinische Erfahrungen zeigen, dass die Behandlung Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, allgemeines Frösteln und depressive Verstimmungen lindern kann. Sie trägt außerdem dazu bei, Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie zu reduzieren und das Immunsystem zu stärken.
Während die Meinungen von Fachexperten und Fachgesellschaften über eine direkte Anti-Tumor-Wirkung geteilt sind und diese nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist , wird die Therapie von Kliniken mit integrativem Ansatz als wertvoller Bestandteil einer ganzheitlichen Behandlung angesehen, die das körperliche und psychische Wohlbefinden des Patienten in den Vordergrund stellt. Vor Beginn einer Misteltherapie sollte die Anwendung immer mit dem behandelnden onkologischen Team besprochen werden.


